Cima della Madonna

Spigolo del Velo, Schleierkante


Topo, Cima della Madonna, Schleierkante (Spigolo del Velo)
Topo, Cima della Madonna, Schleierkante (Spigolo del Velo)
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Topo, Cima della Madonna, Schleierkante (Spigolo del Velo)
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Hier findet ihr ein von mir gezeichnetes Topo der Schleierkante am Cima della Madonna als Download. Die Schwierigkeitsangaben und Seillängen sind aus unserer Erfahrung wieder gegeben. Feedback jederzeit gern!
Viel Spaß beim Nachklettern :)
Topo Schleierkante.pdf
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Die Spigolo del Velo/ Schleierkante gilt als eine der schönsten Dolomitenklettereien. An der Kante warten rund 450 Meter steile, griffig-raue Kalkwand im meist vierten Schwierigkeitsgrad.

Wir haben die Schleierkante bewältigt und waren durchweg begeistert. Vor allem die beiden Seillängen nach dem ersten und die Seillänge nach dem zweiten Pfeiler sind gigantisch schön.

 

Cima della Madonna, Spigolo del Velo, Schleierkante
Cima della Madonna, Spigolo del Velo, Schleierkante

 

Zustieg (ca. 15 min)

Von der Velohütte läuft man ca. 10min unterhalb des schwarzen Abbruchs der Cima della Madonna zum Einstieg des Velo-Klettersteigs (Richtung Cima di Ball).

 

Dann den Klettersteig einige Meter hoch, wenn der Steig wieder leicht abfällt und nach Westen führt (kleiner Steinmann), steigt man rechts im UIAA 2-er Gelände über Schrofen und eine Rinne zum Einstieg der Schleierkante auf einem Band (großer Steinmann).

 

 

 

Sicherung

Die Sicherung ist durchweg klassisch. Das heißt, neben Ständen an Schlingen und Schlaghaken warten auch in den Seillängen nur vereinzelt Schlaghaken auf den Kletterer. Die Route kann allerdings großzügig mit Schlingen (Sanduhren, Köpfel) gesichert werden. Auch Friends können noch untergebracht werden. Es lohnt sich daher neben Bandschlingen, auch einige Kevlar- oder Dynema-Rundschlingen zum Fädeln mitzunehmen.

 

1. Pfeiler

Um die Seillänge auf den ersten Pfeiler zu klettern, gibt es tatsächlich drei Möglichkeiten:

a) links am gelben Abbruch vorbei über einen Überhang (Schlaghaken) ohne Henkel (!) dann weiter linkshaltend zum Stand auf dem Pfeiler, ca. 6-; glatt, nicht zu empfehlen,

b) den Originalweg ("Körperriss") für 5. Von oben aus der Scharte betrachtet sah der gruslig aus, auch mit Blick auf einen gut bestückten Gurt und einen Rucksack, also nur "für Liebhaber"

c) die neuere Variante: Hier geht man vom Stand auf dem Band unter dem gelben Abbruch nach rechts (Schlingenstand an Sanduhr oder ein Stückchen weiter oben direkt am Start der 5+ an einem großen Köpfel) und steigt nach einer weiteren, kurzen Querung von max. 3m die Wand an vier Schlaghaken zunächst steil gerade nach oben. Dann klettert man im leichten Linksbogen (sofort leichter werdend) an mindestens drei weiteren Haken  auf den Pfeiler - nach dem Einstieg (UIAA 5/ 5+  je nach Moral).

 

Fazit: Variante c)  - roter Routenverlauf im Topo-Ausschnitt - ist absolut empfehlenswert.

 

Cima della Madonna, Spigolo del Velo, Ausschnitt: Seillänge am 1. Pfeiler
Cima della Madonna, Spigolo del Velo, Ausschnitt: Seillänge am 1. Pfeiler

 

2. Pfeiler

Nach dem 2. Pfeiler wartet ein luftiger Übertritt, dann geht es forsch steil an großen Griffen nach oben.

Nach dem übertritt gibt es einen Schlaghaken, dann muss man mal "losmachen". Vom Haken leicht links löst sich die steile Wand an guten Griffen recht schnell. Danach wieder leicht rechts haltend genussvolles Steigen bis zum nächsten großen Band.

In einigen Topos wird die Stelle als 5+, 4 A0 ausgewiesen. Es ist mir ein Rätsel, wie man das A0 klettern soll, wenn es an der 5+ Stelle keine weiteren Schlaghaken gibt, an denen man sich "technisch" fortbewegen könnte.

Also bitte die Hände aus den Taschen und dann mal die 5m steil klettern!

 

Tipps

► Möchte man die 10 Meter 4+ Stelle vom ersten Pfeiler nicht linkshaltend (von oben geschaut) in die Einschartung abklettern, könnte man vom dortigen Schlingenstand kurzerhand abseilen.

 

► In den Seillängen kommen auch zwischendrin immer wieder Stellen, an denen man Stand machen kann bzw. die bereits als Stand eingerichtet sind. Dadurch kann man Seillängen kombinieren oder verkürzen. Durch die beiden dominierenden Pfeiler ist eine Orientierung insgesamt immer wieder möglich.

 

Abstieg (neu 2021)

Nach dem Abseilen in die Scharte zum Sass Maor wurde der gesamte Abstieg sehr gut sichtbar neu durch knallrote Punkte 🔴 und Pfeile markiert. Alle Abseilstellen wurden mit Schnappkarabinern sehr schick neu eingerichtet (2021).

 

Von der Cima della Madonna:

Auf dem Gipfel angekommen, bewältigt man rund 60 Meter Gehen auf dem Grat in Richtung Nordosten.

Man folgt einigen Steinmännchen, bis es zu einem Abbruch kommt. Dort steigt man im leichten Geröll einige Meter Richtung Osten ab und quert dann weiter nach Nordosten zum anderen Ende des Winklerkamins.

 

Diese Querung ist mit zwei Bohrhaken (neu) und einer Sanduhrschlinge gesichert und führt durch den Winklerkamin durch zur Abseilöse. Die Querung ist durchaus noch Klettern im wenigstens 3. Grad. Seil-Sicherung ist sinnvoll und unsicheren Kaminkletterern seien Kletterschuhe empfohlen.

 

Danach seilt man frei hängend zweimal rund 25m im Kamin auf ein Band ab - bzw. mit zwei 60m Doppelseilen kann man es auch in einer Seillänge bewältigen. Von dort steigt man rund 30 bis 35m rechtshaltend eine mit roten Pfeilen markierte Geröllrinne herunter, zuletzt eine Steilstufe mit großen Griffen (ggf. Seilsicherung) zu einer weiteren Abseilöse.  (Auf Höhe des Bandes gibt es ca. 15m rechts oberhalb auch einen Schlingenstand, der zum Abseilen genutzt werden könnte. Mit Blick auf das Geröll, ist davon abzuraten (Steinschlag))

 

Von dieser 3. Öse seilt man rund 25m auf ein mit deutlichem roten Punkt markierten Band ab (etwas weiter oben sind auch rote Pfeile (groß und verblasst) erkennbar, diese gehören zu einer alten Variante des Abstiegs).

 

 

Dann folgt man einer rechtshaltend (Blick nach unten) einer Geröllrinne rund 30m bis zum 4. Abseilstand an der linken Wand (alt) bzw. rechts an einem Block (neu) - am Beginn gibt es einen Bohrhaken, der zur Sicherung genutzt werden könnte.

An der 4. Abseilstelle überwindet man rund 15m Steilstufe. Danach rechtshaltend erneut Abstieg in einer Geröllrinne bis zu einem kleinen Plateau.

Dort 25m Abseilen (5. Abseilstelle), die sich auch gut abklettern lässt. Mit Talblick leicht linkshaltend zur 6. Abseilstelle, über Block zur 7. und damit letzten Abseilstelle

Ein Abstieg in einer Geröllrinne schließt sich zur 6. Abseilstelle (Schlingen) an, dann ein kurzes Geröllfeld und 7. Abseilstelle an einer Öse.

 

Dann ist man endlich unten und kann über ein paar Schrofen zum Wanderweg zum Rifugio del Velo gehen! YES!